Du wünschst Dir einen tierischen Begleiter in Deinem Leben und kannst Dir dafür einen Belgischen Schäferhund sehr gut vorstellen? Dann hast Du Dir einen ganz besonderen und auch etwas anspruchsvollen Hund ausgesucht. Wir haben für Dich alle Infos zu seinen Eigenschaften, Vorzügen und Herausforderungen zusammengetragen, die Du vor der Anschaffung wissen solltest, damit „der Belgier“ und Du ein eingespieltes Team werdet.

Die Besonderheiten des Belgischen Schäferhundes

In der Züchtung des Belgischen Schäferhundes gibt es vier Rassentypen: Malinois, Tervueren, Groenendael und Laekenois. Diese unterscheiden sich optisch vor allem in der Farbe und Beschaffenheit des Fells. So ist die Varietät der Groenendael schwarz und langhaarig, die Malinois dagegen kurzhaarig und die Tervueren haben ein vorwiegend rotbraunes Fell.

Im Vergleich zum Deutschen Schäferhund mutet der Körperbau des Belgischen Schäferhundes eher einem Quadrat an und ist weniger gewinkelt. So trägt er auch den Kopf sehr hoch, was ihm eine stolze Ausstrahlung verleiht. Der Belgische Schäferhund war lange Zeit ein reiner Arbeitshund, der auch heute noch gerne als Hüte- und Wachhund oder auch als Diensthund bei der Polizei eingesetzt wird und hier tatsächlich den Deutschen Schäferhund mittlerweile oft ablöst.

Der Belgische Schäferhund ist ein sehr arbeitswilliger Hund mit viel Ausdauer und Energie. Dabei ist er zwar nicht aggressiv allerdings, vor allem Fremden gegenüber, misstrauisch. Daher solltest Du viel Wert auf eine gute Erziehung und Sozialisation legen. Wichtig ist dabei, das Vertrauen Deines Hundes zu gewinnen. Dann hast Du einen disziplinierten, temperamentvollen, treuen und starken Freund an Deiner Seite. Alls zu einer guten Hunde-Erziehung erfährst Du in unserem Artikel „Was eine gute Hundeerziehung ausmacht“.

Belgischer Schäferhund schaut in die Kamera.

Vorteile und Herausforderungen eines Belgischen Schäferhundes

Der Belgische Schäferhund ist der geeignete Begleiter für aktive Menschen. Wenn Du ein sportlicher Mensch bist und Deinen Hund entsprechend beschäftigst, wirst Du mit einem Belgischen Schäferhund viel Freude haben. Seine Sportlichkeit, Intelligenz und Lernbereitschaft machen ihn zu einem treuen Gefährten für viele Aktivitäten. Er ist somit neben seiner Eignung als Sporthund auch der perfekte Kandidat für eine Begleithunde- oder Schutzhundeausbildung.

Nichts für Anfänger

Für einen gemütlichen Menschen oder einen Hunde-Anfänger ist der Belgische Schäferhund dagegen nicht geeignet. Er ist ein anspruchsvoller Gefährte, der bei einem Anfänger schnell unterfordert ist und dann das Kommando übernimmt und sein Temperament zum Schutz der Familie gegen andere durchsetzt.

Als Familienhund ist er dadurch auch nur bedingt geeignet. Er wird Kinder nicht als Respektspersonen sehen, daher müssen die Kinder alt genug sein, um die Regelungen im Umgang mit dem Hund zu verstehen. Wenn Du ein Profi in der Hundeerziehung bist und dafür sorgen kannst, dass er in der Familie genug ausgelastet wird, kann der Belgische Schäferhund aber auch ein sehr ausgeglichenes und treues Familienmitglied sein. Er ist ein sehr wachsamer Hund mit Beschützerinstinkt, der auch gerne den Garten zu seinem Revier erklärt und auf seine Familie aufpasst. Insgesamt braucht er viel Platz und Auslauf, weswegen ihm ein Zuhause in einer Stadtwohnung wenig zusagen wird.

Was gibt es sonst zu achten?

Wie viele Hunde, leidet auch der Belgische Schäferhund unter rassentypischen Krankheiten. Achte daher auf einen guten Züchter, der nur mit gesunden Elterntieren züchtet. Belgische Schäferhunde leiden oft unter Spondylose, also einer Wirbelsäulenzubildung, Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogengelenksdysplasie. Alle drei Krankheiten sind erblich bedingt. Durch richtige Ernährung und eine ausbalancierte Belastung kann hier entgegengewirkt werden.

Haftpflichtversicherung für den Belgischen Schäferhund

Wie jeder Hund, sollte auch der Belgische Schäferhund, mit einer Haftpflichtversicherung abgesichert werden. Jeder Hund kann einen Unfall verursachen, was schnell teuer wird – vor allem bei Personenschäden. Als Hundehalter haftest Du für diese Schäden mit Deinem Privatvermögen (BGB § 833 Haftung des Tierhalters) . Daher solltest Du Deinen Hund genauso mit einer Haftpflichtversicherung absichern, wie Du Dich selbst absicherst.

Willst Du mit Deinem neuen Freund in einen Hundesportverein oder eine Hundeschule gehen, dann musst Du Deinen Hund in der Regel versichern, da dies zu den Vorgaben der Vereine gehört. So werden alle Beteiligten geschützt. Denn selbst bei der besten Erziehung kann ein Hund sich erschrecken oder Angst bekommen und dadurch einen Unfall verursachen.

Pflicht ist die Hundehaftpflichtversicherung beim Belgischen Schäferhund in Deutschland aber nicht. Er ist bei den meisten Versicherungen auch nicht als Hund geführt, der erhöhte Prämien erfordert, wie es bei besonders gefährlichen Rassen der Fall sein kann.

Schwarzer belgischer Schäferhund.

Kranken- und OP-Schutz für Deinen Liebling

Auch für Hunde gibt es Krankenversicherungen und OP-Versicherungen. Die OP-Versicherung übernimmt die Kosten, wenn eine Operation ansteht. Dies ist besonders wichtig, wenn Dein Hund sich im Hundesport oder beim Training verletzt. Im Schutzhundedienst ist eine Versicherung auf jeden Fall zu empfehlen. Wenn Du den Hund privat führst, dann musst Du abwägen, ob Du diese Versicherung abschließen möchtest.

Umfassender abgesichert ist Dein Hund mit einer Hundekrankenversicherung. Sie springt bei allen Kosten ein, die beim Tierarzt entstehen. Da bei der Hundehaltung regelmäßig Tierarztbesuche anfallen, beispielsweise für eine Wurmkur oder Impfungen, kann sich eine solche Versicherung schnell lohnen.

Glücklich leben mit einem Belgischem Schäferhund

In fähigen Händen sind Belgische Schäferhunde zuverlässige und ausgeglichene Gefährten, die viel Aktivität und Lebendigkeit in den Alltag bringen. Wird der Belgische Schäferhund nicht gefordert, kann er Verhaltensstörungen entwickeln und sich Fremden, aber auch Familienmitgliedern gegenüber misstrauisch verhalten. Die Anschaffung dieser besonderen Hunderasse solltest Du also nur in Erwägung ziehen, wenn Du mit Hunden umzugehen weißt und Deinem neuen Freund eine stete Auslastung versprechen kannst. So werdet Ihr ein gutes Team und könnt Euch gegenseitig vertrauen und bereichern.