Kommt Dir folgende Situation bekannt vor? Einmal kurz nicht aufmerksam gewesen und schon ist Dein empfindliches Smartphone im Wasser gelandet oder hat Bekanntschaft mit Deinem Softdrink gemacht. Ob im Freundeskreis, in der Familie, Arbeitskollegen oder Kommilitonen – jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, dem das schon einmal passiert ist. Toilette, Pool, offene Getränke oder Kochtöpfe – überall lauert die nasse Gefahr.

Egal worin Dein Handy gelandet ist: die unmittelbaren Rettungsversuche laufen oft ins Leere, denn in der Regel drückst Du zu aller erst panisch auf alle Knöpfe, um zu checken ob Dein Handy noch funktioniert – ein fataler Fehler, denn durch das Drücken gelangt immer mehr Flüssigkeit ins Innere Deines Smartphones und verrichtet Ihren zerstörerischen Dienst. In diversen Foren und Anleitungen wird daher oft empfohlen, den Akku sofort aus dem Gerät zu entnehmen, um einen Kurzschluss zu verhindern. Aber was ist, wenn der Akku fest verbaut ist, wie ist bspw. beim Apple iPone und sich nicht einfach rausnehmen lässt, wie es beim legendären Nokia 3310 noch mit nur wenigen Handygriffen möglich war? Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren wie Du Dich im Notfall verhalten solltest und ob Deine Versicherung bei einem Handy Wasserschaden für die Kosten aufkommt.

Hausrat und Haftpflicht – zahlt nicht eine dieser Versicherungen bei einem Handy Wasserschaden?

Handelt es sich nicht um einen „allgemeinen“ Wasserschaden, der durch eine defekte Wasch- oder Spülmaschine zustande gekommen ist, übernimmt die Hausratversicherung rein gar nichts. Denn wenn Dein Handy ins Klo oder Waschbecken gefallen ist, wird grobe Fahrlässigkeit und außerdem Eigenverschulden unterstellt. Somit scheidet die Hausratversicherung als Risiko-Träger aus.

Handywasserschaden aus Versicherersicht Eigenverschulden

Auch mit der Erstattung durch die Privathaftpflichtversicherung solltest Du nicht rechnen. Zum einen übernimmt die Haftpflichtversicherung ohnehin nur Schäden, die durch Dritte entstanden sind, zum anderen überlegt man es sich in der Regel zwei Mal die Versicherung einzuschalten, denn mit jedem gemeldeten und erstatteten Schadenfall steigt die Tarifprämie. Ob es sich tatsächlich lohnt wegen einem Handy Wasserschaden die Schadenfreiheitsklasse zu riskieren sei mal dahingestellt.

Wer davon ausgeht im Falle eines Wasserschadens von der Hausrat- oder Privathaftpflichtversicherung Gebrauch zu machen, der irrt gewaltig.

Eine Smartphoneversicherung hingegen sichert genau diese Fälle, inklusive Eigenverschulden ab, ohne dass bei einer Schadensmeldung der Beitrag steigt oder ähnliches. Außerdem sind bei dieser Versicherung neben Wasserschaden auch Sturz- und Bruchschäden sowie Bedienungsfehler und teilweise sogar Diebstahl abgesichert.

Reparatur nach Handy Wasserschaden? Ohne Erfahrung kann es abenteuerlich werden…

Du merkst also schon: eine Reparatur auf eigene Faust nach einem Handy Wasserschaden kann ziemlich riskant und zeitaufwendig sein. Viel einfacher wäre es daher doch, das Gerät in vertrauenswürdige Hände zu geben und am Ende des Tages ein einwandfreies Smartphone zurück zu bekommen. Und das geht natürlich auch. Viele kleine Händler bieten Reparaturservices für Defekte an – ob diese dann wirklich empfehlenswert sind, sei jedoch dahingestellt. In jedem Fall kann man großen Einzelhandelsketten und Herstellern vertrauen – diese kosten dann aber auch mehr. Im Internet kann man den Wasserschaden für 20 € – 100 € reparieren lassen. Für 20 € gibt es allerdings nur das defekte und irreparable Gerät zurück. Denn ja, auch erfolglose Reparaturen möchten bezahlt werden.

*bei einem Gerätepreis zwischen 350 und 999 €

Pärchen im Meer mit Handy im Selfiestick: Rundum-Sorglos-Schutz schon ab 9,99 € pro Monat

Ist es sinnvoll selbst Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen?

Ob Du es mit einem „professionellen“ Smartphone-Rettungspaket probierst oder das Handy selbst auseinanderschraubst – eine Garantie für die Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit gibt es in beiden Fällen nicht. Es kursieren etliche Anleitungen, Tipps und Tricks und auch Erste-Hilfe-Ausstattungen, doch ob sich der Einsatz und die Investition lohnen ist fraglich.

Inwiefern eigene Rettungsmaßnahmen sinnvoll sind sei ebenfalls dahingestellt. An dieser Stelle möchten wir Dir anhand einer typischen Reparatur-Anleitung kurz aufzeigen, warum Du zur Reparatur eines Handy Wasserschadens besser einen Profi ranlassen solltest:

Als erstes sollte das Handy – sofern es geladen wird –  aus der Steckdose gezogen werden. Um es spannungslos zu machen sollte im Optimalfall auch der Akku entfernt werden. Aber wie? Bei Apple-Geräten ist der Akku fest verbaut und ohne weiteres nicht herausnehmbar. Also scheitert man praktisch schon am ersten Schritt.

Das Handy muss aufwendig auseinandergeschraubt werden, im schlimmsten Fall gerät dadurch noch mehr Flüssigkeit ins Innere oder man Beschädigt die verbaute Elektronik. Außerdem ist auch das Wiederzusammenbauen nicht gerade ein Kinderspiel – nicht nur beim iPhone.

→ Problem: Akku in der Regel fest verbaut

Achtung: Sobald Du auch nur eine Schraube an Deinem Handy lockerst, entfällt der Garantieanspruch. Gut, er entfällt auch grundsätzlich beim Wasserschaden, aber die Wahrscheinlichkeit beim Auseinander bauen etwas kaputt zu machen ist bei unerfahrenen Bastlern deutlich höher, als bei geübten „Handy-Doktoren“, wie sie im Netz oft genannt werden. Wenn man bedenkt, wie viel ein modernes und leistungsfähiges Smartphone kostet, sollte jemand mit wenig oder gar keiner Erfahrung auf dem Gebiet es sich zwei Mal überlegen, das Teil auf eigene Faust auseinander zu nehmen – denn auch das anschließende Zusammensetzen ist nicht ohne, schließlich wollen all die filigranen Bauteile am Ende wieder korrekt platziert werden.

→ Problem: Hohe Gefahr, noch mehr Schaden anzurichten

Auseinander gebaut soll das Gerät dann in einer Substanz, die wasserentziehend wirkt für mindestens ein paar Stunden, am besten jedoch für 2-3 Tage eingelegt werden. Dafür kommen zweierlei Stoffe in Frage: handelsüblicher Reis, den eigentlich jeder zuhause hat oder sogenanntes Isopropanol. Dieses gibt es in der Apotheke, aber in der Regel hat das niemand daheim vorrätig.

Das Isopropanol ist ein wasserlöslicher Alkohol, der restlos verdunstet. Allerdings muss dafür das Handy in seine Einzelteile zerlegt sein. Die Reismethode ist zwar einfach anzuwenden, kann jedoch auch weitere Probleme mit sich bringen. Zwar muss dafür das Gerät nicht zwangsläufig auseinander gebaut werden – auch wenn es im Hinblick auf die Wirkung von Vorteil wäre. Die kleinen Reiskörnchen können sich dabei jedoch in der Kopfhörer- oder Ladebuchse festsetzen. Wodurch das Smartphone also zwangsläufig wieder auseinandergebaut werden muss. Außerdem ist die Reis-Trocknung nicht unbedingt zuverlässig. Auch nach mehreren Tagen Einlagerung kann Feuchtigkeit zurückbleiben und dauerhafte Schäden an der Platine verursachen.

→ Problem: Reis = unzuverlässig; Isopropanol = umständlich

Je nachdem wie nass das Smartphone geworden ist und wie viel Wasser oder andere Flüssigkeiten wie tief eingedrungen sind, kann die Trocknung mehrere Tage dauern. In der Zeit braucht man ein Ersatzgerät – optimaler Weise ebenfalls ein Smartphone. Auch das hat man aber nicht immer parat. Im schlimmsten Fall hat man neben all der technischen Probleme auch weder Termine noch Kontaktdaten außerhalb des Smartphones gespeichert. Also immer dran denken ein Backup zu erstellen!

→ Problem: Kein Ersatzgerät und möglicher Datenverlust

Was Du auf keinen Fall machen solltest!

Womit bekämpft man Feuchtigkeit am effektivsten? Natürlich mit Wärme – doch Vorsicht! In den modernen Smartphones sind viele feine und empfindliche Bestandteile und Materialien, die durch Hitze beschädigt oder gar zerstört werden können. Heizung, Fön, Backofen und Mikrowelle sind daher absolut tabu! Auch mit wasserentziehenden Stoffen wie Salz und Mehl sollte man das Handy möglichst nicht in Berührung bringen, denn die feinen Körnchen können beim Eindringen in das Gerät (z.B. durch Lade- oder Kopfhörerbuchse) im Inneren fatale und möglicherweise irreparable Schäden verursachen.

Das iPhone – ein ganz zartes Geschöpf

iPhone 6 - Profis warnen: vor allem iPhone-Besitzer sollten beim Wasserschaden nicht selbst Hand anlegen

Apple und Samsung sind die Marktführer, wenn es um hochwertige und entsprechend teure Smartphones geht. Während sich bei den Samsung Galaxy der Akku in der Regel leicht entfernen lässt, ist es beim Apple iPhone – modellunabhängig – schon um einiges komplizierter. Nicht nur deswegen wird in vielen Portalen stets davon abgeraten als Laie eine Reparatur vorzunehmen – vor allem bei iPhones. Versichere es lieber mit der iPhone-Versicherung und genieße die Vorteile des Sorglos-Pakets!

Wasserschaden ist nicht gleich Wasserschaden

Wenn Dein Handy „nur“ in reines Wasser fällt kannst Du dich schon trotz des potentiellen Schadens glücklich schätzen, denn alle anderen Flüssigkeiten sind auf Grund von ihrem pH-Wert, Säuregehalt und anderen Faktoren um einiges schädlicher für Dein Gerät. Aber auch sehr kalkhaltiges Wasser kann starke Schäden verursachen.

Fällt Dein Smartphone etwa in kochendes Salzwasser, in einen kohlensäurehaltigen Soft-Drink oder gar in Alkohol, ist die Korrosionsgefahr schon um einiges höher. Auch Meeres- und Poolwasser sind durch den Salz- bzw. Chlorgehalt äußerst schädlich, Zucker aus süßen Getränken verklebt zudem. Wenn das Handy mal in der Hosen- oder Jackentasche vergessen und mitgewaschen wird, ist es zum einen den großen Wassermassen, der ständigen Bewegung und zum anderen dem seifigen Waschmittel ausgesetzt. In der unten stehenden Grafik siehst Du die pH-Wert einiger gängiger Flüssigkeiten – und wie gefährlich diese demnach für Dein Handy sind.

pH-Werte der gängigen Flüssigkeiten

Aber auch andere Flüssigkeiten, bei denen man nicht unbedingt an schwerwiegende Schäden aufgrund von Feuchtigkeit denkt, können zum Funktionsverlust führen. Sehr starker Niederschlag kann zum Wasserschaden führen, wenn zu viel Wasser ins Gehäuse gelangt. Zu bedenken ist auch, dass auch Regenwasser nicht pH-neutral, sondern in der Regel sauer ist. Auch Schweiß und Tränen können mehr Schaden anrichten, als man denkt. Insbesondere bei Sportaktivitäten sollte man darauf achten, dass das Smartphone gut geschützt ist und möglichst wenig mit Körperflüssigkeiten in Berührung kommt.

um einiges schlimmer

Das Erste-Hilfe-Kit – die Lösung?

Recherchiert man hierzu im Internet, wird man schnell fündig: egal ob Amazon, eBay oder andere online-Anbieter – fast jeder hat ein sogenanntes Erste-Hilfe-Kit im Angebot. Die Preisspanne reicht hierbei von 3 bis 12 € zzgl. Versand. Auf den ersten Blick eine tolle Lösung, vor allem, wenn man es auf Vorrat für den Fall der Fälle zu Hause hat.

Schaut man sich aber mal die Bewertungen an, wird eines schnell klar: so einfach und günstig diese Option ist, so unwirksam ist sie leider auch. Zwar ist das Handy nach der Einlagerung furztrocken, allerdings nicht zwangsläufig auch voll funktionsfähig. Der Weg zur professionellen Reparatur bleibt also auch trotz Einsatz Erste-Hilfe-Kit nicht erspart.

Handy Wasserschaden? Die Handyversicherung schafft Abhilfe

Ganz klar: Eine Handy versicherung verhindert bei einem Wasserschaden nicht, dass Dein Smartphone beschädigt wird. Doch sie minimiert den finanziellen Schaden, der dadurch für Dich entsteht. Denn bei der Handyversicherung ist es egal, ob Dir Dein teureres Handy nur ein Mal oder jede Woche ins Wasser fällt, auch Sturz- und Bruchschäden sowie Bedienungsfehler sind versichert. Selbst Diebstahl inkludieren einige Versicherer in ihren Tarifen, samt widerrechtlich entstandener Mobilfunkkosten bis zu einer Höhe von 200 €.

Klingt gut? In unserem Vergleichsrechner findest Du eine große Auswahl an Tarifen für eine Handyversicherung. Einen umfassenden Versicherungsschutz erhältst Du dabei schon ab 10 Euro monatlich.