Du kennst das sicher auch: Da hast Du Dir erst vor Kurzem ein neues Smartphone besorgt oder Deine Kinder mit dem neusten Modell ausgestattet und schon ist es wieder kaputt. Einmal kurz nicht aufgepasst, das Smartphone fällt runter und das Display hat einen Sprung. Das ist immer ärgerlich, aber viele Schäden können behoben werden, ohne dass Du gleich ein neues Smartphone kaufen musst. Wir zeigen Dir, mit welchen Reparaturkosten Du bei welchen Schäden rechnen musst und wann Deine Versicherung greift.

Was kostet eine Reparatur?

Mit den richtigen Schutzhüllen und Schutzfolien für das Display kannst du oft verhindern, dass das Smartphone schon beim ersten Sturz defekt ist. Einen vollkommenen Schutz garantieren diese Helfer jedoch auch nicht. Denn Smartphones haben einige Schwachstellen, die beim täglichen Gebrauch schnell kaputt gehen.

Der häufigste Schaden ist der Displayschaden. Dazu muss Dir das Handy nur kurz aus der Hand rutschen und ungünstig auf dem Boden aufprallen. Viele Werkstätten sind daher auf diese Schäden eingerichtet und können sie schnell reparieren. Dabei verlangen sie meist zwischen 80 und 150 Euro, bei sehr neuen Modellen können die Kosten aber auch teurer werden.

Auch der Akku wird früher oder später an Leistung verlieren oder ganz kaputt gehen. Je nach Modell kann der Akku ganz einfach ausgetauscht werden oder aber er ist im Gerät eingebaut, sodass es erst aufgeschraubt werden muss. In der Werkstatt kostet das Prozedere um die 100 Euro, wobei die Kosten für den Akku noch die geringsten sind.

Wenn Dein Smartphone einen Wasserschaden hat, kannst Du das Smartphone durch behutsames Trocknen manchmal noch selbst retten. Klappt das nicht, hilft nur noch die Handy-Werkstatt. Die Kosten richten sich dabei danach, wie schwer der Schaden ist. Manchmal kann es dann tatsächlich die günstigere Alternative sein, ein neues Smartphone zu kaufen.

Die Reparatur einer kaputten Ladebuchse oder Kopfhörerbuchse kostet meist um die 80 Euro. Die Ladebuchse muss auf jeden Fall repariert werden, auf eine Kopfhörerbuchse kannst Du unter Umständen verzichten. Bei der Reparatur reicht es auch manchmal, die Buchse zu reinigen, anstatt sie komplett auszutauschen.

Handy-Innenraum.

Das kannst Du selbst reparieren

Bei einem Schaden am Smartphone solltest Du zunächst prüfen, ob es ein Garantiefall ist, also ein Herstellerfehler, und kein selbstverursachter Schaden. Ist dies der Fall, solltest Du nicht selbst am Smartphone herumschrauben, denn damit verlierst Du Deinen Garantieanspruch. Dabei ist es unerheblich, wie gut Du die eigene Reparatur abschließt und ob daraus ein Schaden entsteht.

Lässt sich ein kaputter Akku leicht ohne viel Schrauben austauschen, kannst Du das auch ohne die Hilfe einer Werkstatt selbst erledigen. Dann hast Du nur die Kosten für den Ersatzakku, der je nach Modell zwischen 40 und 120 Euro liegt. Achte aber darauf, dass Du einen Originalakku kaufst und dieser mit Deinem Smartphone kompatibel ist, damit Du das Gerät nicht durch den neuen Akku beschädigst.

Einen Displayschaden solltest Du nur dann selbst reparieren, wenn lediglich das Displayglas betroffen ist und beispielsweise einen Sprung hat. Funktioniert dagegen zum Beispiel der Touchscreen nicht mehr, sollte ein Experte ran. Für die Reparatur solltest Du außerdem etwas feinmotorisches Geschick mitbringen, da Du das alte Display vorsichtig lösen und ein neues einsetzen musst, ohne dass Du das neue Display gleich zerkratzt, was jedoch leicht passieren kann. Reparatursets erhältst Du für etwa 30 bis 60 Euro.

Bei einem Wasserschaden empfehlen wir, dass Du das Smartphone ausschaltest und zwei Tage komplett trocknen lässt. Manchmal reicht dies bereits aus, damit das Smartphone wieder funktioniert. Achte vor dem Einschalten auf jeden Fall darauf, dass das Smartphone komplett getrocknet ist. Wenn das Smartphone trotzdem nicht mehr geht, solltest Du eine Werkstatt aufsuchen.

Wann sich eine Handyversicherung lohnt

Es gibt Versicherungen, die bei Schäden am Smartphone die Kosten übernehmen. Der Vorteil dieser Handyversicherungen ist, dass diese auch dann zahlen, wenn Du den Schaden selbst verursacht hast. Jedoch darf dabei keine große Fahrlässigkeit vorliegen. Außerdem greifen sie bei Diebstählen. Sie werden meist für ein oder zwei Jahre nach dem Kauf des Smartphones abgeschlossen und kosten dann pro Jahr zwischen 30 und 70 Euro. Wie teuer die Versicherung ist, hängt dabei vom Wert des Smartphones ab.

Eine Versicherung lohnt sich nur bei hochwertigen und neuen Smartphones, denn nur dann ist das Verhältnis von Kosten und Nutzen ausgeglichen. Bei Mittelklasse-Smartphones ist es dagegen meist teurer, wenn Du eine Versicherung abschließt, als wenn Du bei einem Schaden die Kosten selbst trägst. Auch lohnt sich der Abschluss einer Versicherung nicht, wenn Du sowieso regelmäßig ein neues Smartphone kaufst. Viele Versicherungen haben zudem eine Selbstbeteiligungsklausel. Dann kannst Du bei kleinen Schäden schnell auf den Kosten sitzen bleiben.

Handy in einer Hand im Cafe.

Wann zahlt die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung?

Du glaubst vielleicht, dass Dein Smartphone durch Deine Hausratversicherung oder Haftpflichtversicherung geschützt ist. Das gilt nur sehr eingeschränkt, da bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Versicherungen zahlen. Sie ersetzen die Handyversicherung daher nicht.

Deine Hausratversicherung greift nur, wenn Dein Smartphone zu Hause beispielsweise durch einen Brand oder Wasserschaden kaputt geht. Wird das Smartphone dagegen unterwegs beschädigt oder durch Unachtsamkeit, zahlt die Hausratversicherung nicht. Die Privathaftpflichtversicherung schützt Dich vor den finanziellen Folgen, wenn Du das Eigentum oder den Körper einer anderen Person beschädigst. Sie übernimmt also nur die Kosten, wenn Du das Smartphone anderer kaputt machst oder wenn Dritte Dein Smartphone beschädigen ­ nicht jedoch, wenn Du selbst oder Mitversicherte wie Kinder oder Partner den Schaden an Deinem Handy verursacht haben. Hier greifen also nur Handyversicherungen.

Richtiger Schutz für das Smartphone

Am besten beugst Du Schäden am Smartphone natürlich rechtzeitig vor, dafür gibt es eine Auswahl an Schutzhüllen und ähnlichem Zubehör, die Schäden verhindern. Wenn es zu einem Schaden kommt, sollte das Smartphone als Erste-Hilfe-Maßnahme immer zuerst ausgeschaltet werden. Dann kannst Du abwägen, ob Du das Smartphone selbst reparieren kannst oder es in eine Handywerkstatt gibst. Bei einem Garantiefall solltest du jedoch nie selbst Hand anlegen. Mit der richtigen Versicherung können die Reparaturkosten außerdem gedeckt sein. Eine Privathaftpflichtversicherung greift nur bei Schäden durch Dritte, eine Handyversicherung übernimmt auch Kosten durch selbstverursachte Beschädigungen. Beim Kauf eines neuen Handymodells kann sich ein Abschluss einer solchen Versicherung also durchaus lohnen.