In den USA wurde der Patient Protection and Affordable Care Act „PPACA“ („Obama Care“) verabschiedet und damit auch eine Versicherungspflicht eingeführt. Zweck der Obama Reform ist es, mehr Menschen den Zugang zu Gesundheitsleistungen zu gewährleisten. Was bedeutet das für Reisende in die USA?

1. Was ist Obama Care?

Barack Obama unterschreibt den “Patient Protection and Affordable Care Act” im White House.

Barack Obama unterschreibt den “Patient Protection and Affordable Care Act” im White House.

Obama Care ist in den USA in Kraft getreten. Der Grundgedanke dieser Reform ist es, jedem US-Bürger Zugang zu guter, bezahlbarer medizinischer Versorgung zu gewährleisten. Bisher sind in den USA etwa 60 Millionen Bürger nicht krankenversichert. Mit Obama Care sollen 95 Prozent der 310 Millionen Amerikaner abgesichert werden.

Der Hauptteil dieses Gesetzes, das eigentlich „Patient Protection and Affordable Care Act“ (PPACA) heißt, aber der Einfachheit halber nach dem Initiator Barack Obama benannt wird, trat am 1. Oktober 2013 in Kraft.

Damit ist jeder Amerikaner nun verpflichtet eine Krankenversicherung abzuschließen, was speziell auf den großen Personenkreis zutrifft, der bisher keine Versicherung hatte. Sei es weil freiwillig darauf verzichtet wurde, oder weil man wegen zu geringem Einkommen nicht in der Lage ist die Beiträge für eine Krankenversicherung zu bezahlen.

Die Idee dahinter ist, dass sich jeder Bürger Amerikas eine Krankenversicherung leisten kann, wenn alle gezwungen werden daran teilzunehmen. Wer sich weigert eine Krankenversicherung abzuschließen, muss eine Strafgebühr bezahlen. Im Jahr 2015 stieg die Strafgebühr auf $ 325 pro Person, oder zwei Prozent des Haushaltseinkommens, je nachdem, welcher der höhere Betrag ist.

Im allgemeinen gilt diese Gebühr für Menschen, die sich die Krankenversicherung leisten können, aber es trotzdem nicht tun.

Inhaltsverzeichnis

Der folgende Artikel befasst sich mit der Obama Care Reform und deren Auswirkung auf Reisende in die USA.

Krankenversicherung in den USA

  1. Kein öffentliches Versicherungssystem vorhanden
  2. Vor Obama Care waren 18% der Amerikaner ohne Krankenversicherung, meist ärmere Bevölkerungsschichten
  3. Staatliche Hilfe für Bedürftige
  4. Urlauber, Studenten etc. müssen sich immer noch selbst um eine Versicherung kümmern

2. Reisende in die USA

Für Nicht-US-Bürger besteht generell keine Pflicht sich über das amerikanische System zu versichern. Voraussetzung ist jedoch, dass die individuelle Krankenversicherung den minimalen Standard der amerikanischen Krankenversicherung abdeckt.

Grundsätzlich muss man als Betroffener wissen, dass zur Subventionierung des amerikanischen Gesundheitssystems die Reform eine Pflichtsteuer beinhaltet. Wenn der geplante Aufenthalt in den USA also keine Steuerpflicht nach sich zieht, dann ist man nicht verpflichtet Obama Care beizutreten. Die medizinische Versorgung in den USA entspricht den hohen europäischen Standards, ist jedoch wesentlich teurer, sodass Sie für Ihren Auslandsaufenthalt in den USA eine gute private Krankenversicherung abschließen sollten. Covomo sucht hier für Sie die beste Versicherung mit dem unabhängigen Vergleichsrechner heraus.

2.1 Urlauber, Studenten, AuPairs und Work&Travel

Schnelle Antwort auf die Frage: “Brauchen Urlauber, Studenten und Co. in den USA eine PPACA? ” – ist in fast allen Fällen, nein.

Da z.B. ein Urlaub oder Studium in den USA keine Steuerpflicht nach sich zieht, ist man nicht verpflichtet Obama Care beizutreten. Allerdings benötigen Sie natürlich eine Reiseversicherung, die auch in den USA gültig ist. Da Ihre European Health Insurance Card (EHIC) in den USA nicht gültig ist, müssen Sie privat vorsorgen und eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen.

2.2 Auswanderer und Expats

Wenn es absehbar ist, dass Sie in den USA steuerpflichtig tätig sein werden, dann haben Sie 3 Möglichkeiten:

  • Sie nutzen eine amerikanische Grundversorgung (zertifizierte amerikanische Krankenversicherung) und leben mit dem geringen Leistungskatalog
  • Sie schaffen sich eine Zusatzversicherung (z.B. ausländische Tarife wie die bei Covomo) zusätzlich zu Ihrem Beitrag für die amerikanische Grundversorgung an
  • Sie kaufen sich eine hochwertige amerikanische Krankenversicherung vor Ort, welche eine Zertifizierung hat

Wenn Sie einen amerikanischen Arbeitgeber haben, dann wird dieser in der Regel auch einen Schutz anbieten, der konform ist und ggf. nur durch Zusatzversicherungen ergänzt wird.

Arbeitgeber müssen für Vollzeitangestellte mindestens 72,5 Prozent der Prämien übernehmen, 65 Prozent bei Familienversicherungen. Sonst sind Gebühren in der Höhe von acht Prozent der Löhne und Gehälter fällig. Von dieser Pflicht werden Kleinbetriebe mit Personalausgaben von weniger als 500.000 Dollar befreit. Damit sie ihren Mitarbeitern eine Krankenversicherung anbieten können, werden Kleinbetriebe mit Steuernachlässen unterstützt.

Es wird darüber hinaus unterschieden, welche Form von Nicht-US-Bürgerschaft besteht. Je nach Visum oder Immigrationsstatus haben Nicht-US-Bürger die Möglichkeit über das amerikanische System versichert zu sein. Dabei ist wieder der Einreisezeitpunkt entscheidend und es bestehen Wartezeiten.

Haben Sie als Auswanderer in die USA freie Krankenversicherungswahl?

Unsere Interpretation ist die Folgende: Ihre Versicherung muss diese zehn wesentlichen Leistungen umfassen:

    1. Ambulante Leistungen
    2. Notfall Service
    3. Krankenhausaufenthalt
    4. Mutterschaft und Geburt
    5. Psychische Krankheiten und Suchtmittelmissbrauch
    6. Medikamente
    7. Rehabilitation (für Verletzungen, Behinderungen oder chronische Krankheiten)
    8. Laboruntersuchungen
    9. Vorsorgeuntersuchungen/Wellnessprogramme
    10. Kinderärztliche Versorgung

Diese Leistungen müssen von der Versicherungsgesellschaft bestätigt werden, die Bestätigung wird zusammen mit der Steuererklärung eingereicht, damit man keine Strafgebühr leisten muss.

Entweder versichern Sie sich über Ihren zukünftigen Arbeitgeber in den USA in einer amerikanischen Versicherung, oder in einer deutschen- oder anderen europäischen Krankenversicherung.

Entscheiden Sie sich für eine deutsche- oder andere europäische Versicherung, ist es wichtig zu wissen, wie lange Sie Ihr Heimatland verlassen möchten. Haben Sie schon einen sicheren Rückreisetermin, empfiehlt es sich eine Auslandsversicherung mit Zeitlimit zu wählen. Wissen Sie im Moment noch nicht, wie lange Sie im Ausland bleiben werden, wäre eine Langzeitversicherung ohne Zeitlimit besser geeignet.

Überdies ist es wichtig, sich rechtzeitig Gedanken über die Zeit nach dem Auslandsaufenthalt zu machen. Schließlich möchten Sie zurück im Heimatland auch wieder den bestmöglichen Krankenversicherungsschutz erhalten. Denken Sie über eine Anwartschaft/Stilllegung nach.

Natürlich müssen Sie sich auch früh genug Gedanken über das Visum machen. Die Bearbeitungszeit eines Visum kann mehrere Woche dauern. Planen Sie also genug Zeit auch dafür ein. Für Geschäfts- oder Forschungsreisen gelten in den USA unterschiedliche Visakategorien. Welches Visum für Sie von Bedeutung ist und welche Unterlagen dafür notwendig sind, erfahren Sie auf der Homepage der Amerikanischen Diplomatischen Vertretungen.  Alles Wichtige zu Ihrem Visaprogramm erfahren Sie auf der Homepage der US Embassy.

3. Weitere Zahlen und Fakten von Obama Care

Die Online-Versicherungsbörse www.healthcare.gov, Herzstück der Reform, war gleich am ersten Tag zusammengebrochen und hatte sich in der Folge als miserabel programmiertes System mit unzähligen Pannen und Pleiten erwiesen, das vor dem Start praktisch nicht getestet wurde. Monatelang musste nachgebessert werden, bevor sich überhaupt in nennenswerter Anzahl amerikanische Bürger anmelden und eine Versicherung abschließen konnten.

Am Ende waren es dann zum Stichtag Ende März 2014 doch noch über sieben Millionen Versicherte, so wie versprochen. Aber da hatten die fortwährenden Probleme Sebelius‘ Chef, Präsident Barack Obama, längst zum leichten Ziel für Attacken der Opposition gemacht und ihn durch die politische Hölle geschickt: Er musste sich in aller Form öffentlich für die Katastrophe entschuldigen.

Nach Durchführung der Reform sollten 95 Prozent der US-Bürger über eine Absicherung verfügen. Das sind 12 Prozent und mit ungefähr 22.5 Millionen Menschen mehr als momentan. Eine staatliche Krankenkasse ist nicht geplant. Jeder Bundesstaat soll seine eigene Regelung finden. Geringverdiener erhalten als Unterstützung Steuergeschenke und das Begleitpaket zur Senatsvorlage hat weitere Vorschläge, um Bürger mit wenig Einkommen noch weiter zu entlasten.

Obamas Werbevideo sorgte für großen Wirbel. Schau´s dir an:

Quellen:http://kaiserhealthnews.org/news/health-care-immigrants/Eigene Recherche