Du möchtest Dir einen Welpen kaufen? Das ist eine weitreichende Entscheidung. Sicher hast Du Dir bereits Gedanken darüber gemacht, welche Rasse Dein Welpe haben und welche Eigenschaften er mitbringen soll. Natürlich wünschst Du Dir einen gesunden Welpen. Neben der Entscheidung, was für einen Hund Du Dir wünscht, ist die Wahl des Züchters deshalb extrem wichtig. Der Züchter hat mit der Aufzucht und der Wahl der Elterntiere viel Einfluss auf die Sozialisierung des kleinen Hundebabys. Aber auch die Gesundheit Deines neuen Familienmitglieds hängt davon ab, wie ernst der Züchter seine Aufgabe genommen hat.

Wie erkennst Du einen guten Züchter?

Was macht einen guten Züchter aus? Wir wollen Dir hier zehn Tipps mitgeben, wie Du gute Züchter erkennen kannst.

Die Zuchtstätte soll sauber und gepflegt sein. Welpen machen zwar durchaus Dreck, aber ein guter Züchter hält die Zuchtstätte, den Freilauf und natürlich die Näpfe sauber.
Gesunde Welpen sind aufgeschlossen und aktiv. Wenn die Welpen sehr ängstlich sind, apathisch in der Ecke sitzen oder Parasiten haben (aufgeblähte Bäuche deuten auf Wurmbefall hin), dann solltest Du vorsichtig sein.
Ein gutes Zeichen ist, wenn Du dem Züchter Fragen stellen kannst. Ein guter Züchter will ein schönes neues Zuhause für die Welpen. Er wird Dir also gerne Fragen zu den Welpen, zur Aufzucht, zur Sozialisierung etc. beantworten.
Gut ist, wenn Du Informationen zu den Elterntieren bekommst und mindestens die Mutterhündin kennenlernst. Diese muss gesund sein und einen guten Eindruck machen. Sie sollte weder ängstlich wirken noch aggressiv. Lass Dir auch nachweisen, dass die Elterntiere gesund sind. Gute Züchter testen ihre Hunde auf typische Rassekrankheiten und züchten nur, wenn die Tiere diese nicht haben. So kannst Du die Wahrscheinlichkeit erhöhen, einen gesunden Welpen zu kaufen.
Ein guter Züchter sorgt dafür, dass der Welpe bei der Abgabe geimpft, gechipt und entwurmt ist.
Du kannst den Welpen und die Zuchtstätte mehrfach besuchen und Dir so ein umfassendes Bild machen.
Wenn auch der Züchter viele Fragen stellt, sollte Dich das nicht abschrecken – im Gegenteil. Fragen darüber, wie der Welpe leben wird und wie Du wohnst, mögen erst einmal sonderbar erscheinen. Aber der Züchter will dadurch nur sichergehen, dass der Welpe ein gutes Zuhause bekommt.
Der Preis sollte angemessen sein. Ist der Preis auffallend niedrig, dann stimmt meist etwas nicht. Grundsätzlich kostet die Zucht und Aufzucht Geld. Dazu kommt eine Deckgebühr, die je nach Rasse mehrere hundert Euro betragen kann.
Die Welpen werden frühestens mit acht Wochen abgegeben und Du wirst nicht gedrängt „Deinen Welpen“ sofort mitzunehmen.
Züchter, die mehrere Rassen züchten, sollten Dich aufmerksam werden lassen. Die meisten Züchter spezialisieren sich auf eine oder zwei (ähnliche) Rassen.
Hundewelpe läuft auf die Kamera zu.

Hier findest Du einen guten Züchter

Bei der Suche nach einem guten Züchter kann der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) helfen. Er überprüft seine Mitglieder und auf der Internetseite kannst Du nach Rasse und Postleitzahl filtern und gezielt Züchter in Deiner Umgebung finden. Alternativ kannst Du auch im Hundeverein einer Hundeschule nachfragen oder im örtlichen Tierheim. Wird Dir ein Züchter von einer der genannten Organisationen empfohlen, dann stehen die Chancen gut, dass es ein guter Züchter ist. Natürlich kannst Du auch Freunde nach Erfahrungen fragen, wenn diese einen Welpen von einem bestimmten Züchter haben.

Den Namen des Züchters im Internet zu suchen, ist ebenso sinnvoll. Wenn mit dem Züchter schlechte Erfahrungen gemacht wurden, hast Du eine hohe Chance, dass Du dies so herausfindest. Ansonsten empfehlen wir, dass Du frühzeitig die Zuchtstätte besichtigst und Dir selbst ein Bild von dem Züchter machst.

Wo kannst Du Deinen Welpen kaufen und wo besser nicht?

Hunde kannst Du im Tierheim kaufen, wo sie meist gegen eine Schutzgebühr abgegeben werden. Hier kannst Du aber selten einen Welpen bekommen und Dir auch die Rasse nicht aussuchen. Wenn Du einen Mischlingswelpen möchtest, kann das örtliche Tierheim aber eine Option sein.

Ansonsten solltest Du den Hund immer bei einem guten Züchter kaufen und vor Ort abholen. Käufe auf Märkten oder Raststätten, wo die Welpen im Kofferraum sitzen, sind dagegen nicht empfehlenswert. Diese stammen meist von ominösen „Vermehrern“ und sind oft krank. Auch wenn Du bei einem Züchter einen schlechten Eindruck hast, nimm lieber keinen Welpen von ihm. Gleiches gilt, wenn die Welpen krank sind. Mitleid ist der falsche Grund, um einen kranken Welpen zu kaufen, denn Du unterstützt damit, dass der Züchter weiterzüchtet und weiteres Tierleid verursacht.

Hundewelpe sitzt auf der Wiese.

Versicherung für Deinen Welpen

Welpen sind bei der Mutterhündin meist mit haftpflichtversichert, das gilt aber nur, solange beide Hunde den gleichen Besitzer haben. Daher solltest Du Deinen Hund nach dem Kauf haftpflichtversichern. Das schützt Dich, wenn es zu einem Unfall mit Deinem Welpen kommt. Verpflichtend ist die Haftpflichtversicherung für Hunde nicht in jedem Bundesland. Die Regelungen sind sehr unterschiedlich. In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Thüringen und in Schleswig-Holstein besteht eine Pflicht zur Haftpflichtversicherung. Das gilt in diesen Bundesländern für jeden Hund jeder Größe und Rasse. In Nordrhein-Westfalen müssen nur Hunde haftpflichtversichert werden, wenn sie eine Schulterhöhe von 40 cm überschreiten. Daher müsstest Du Deinen Welpen je nach Rasse versichern, wenn er diese Größe überschreitet. Wir empfehlen, ihn unabhängig von Deinem Wohnort mit einer Haftpflichtversicherung abzusichern.

Die Krankenversicherung für Hunde zahlt Tierarztbehandlungen aber keine Operationen. Willst Du diese Kosten auch abgesichert haben, brauchst Du zusätzlich eine OP-Versicherung für Deinen Hund. Bei einer Erkrankung oder einem Unfall können schnell Tierarztkosten von mehreren hundert oder gar tausend Euro anfallen. Daher solltest Du Dich entweder mit einer Versicherung schützen oder entsprechende Rücklagen bilden. So kannst Du Deinen Liebling immer optimal versorgen lassen.

So findest Du Dein neues Familienmitglied

Einen Welpen ins Haus zu holen, bedeutet viel Verantwortung und diese beginnt schon mit der Auswahl eines guten Züchters. Dieser gibt Deinem Welpen den optimalen Start ins Leben, wovon Du im Zusammenleben nur profizieren kannst. Daher lohnt es sich, etwas mehr Zeit in die Auswahl des Züchters zu investieren. Auch über geeignete Absicherungen solltest Du Dir Gedanken machen. Wir hoffen, dass Du hier einige wertvolle Tipps finden konntest und dass Dein Welpe bald bei Dir einziehen kann!