Nur wenige Hundebesitzer machen sich ernsthaft über das Thema Zahnpflege bei ihrem Hund Gedanken – zumindest solange nicht, bis Probleme und Krankheiten auftreten. Doch dann kann es oft schon zu spät sein. 

Zahnstein, Mundgeruch, Entzündungen des Zahnfleischs und der Verlust von Zähnen. All diese Symptome können auch Deinen Vierbeiner irgendwann treffen und sind meist auf mangelhafte Zahnhygiene zurückzuführen. In diesem Artikel erfährst Du alles über die am meisten verbreiteten Zahnprobleme bei Hunden. Wichtiger ist, wie Du diesen durch die richtige Zahnhygiene bei Deinem Vierbeiner effektiv vorbeugen kannst. 

Die häufigsten Zahnprobleme bei Hunden und ihre Folgen 

Zahnfleischentzündungen stehen auf Platz eins der Liste der häufigsten Zahnprobleme bei Hunden. In der Regel werden diese durch Beläge auf den Zähnen, Zahnstein oder durch das häufige Kauen auf widerspenstigen Fremdkörpern (wie zum Beispiel Steinen) ausgelöst. 

Auch Karies kann beim Hund auftreten. Die Gründe hierfür sind die gleichen wie beim Menschen. Eine unheilvolle Kombination aus zu stark zuckerhaltiger Nahrung und mangelhafter Zahnpflege. Bei Deinem Hund wird Karies festgestellt? Dann solltest Du das Futter Deiner Wahl genau unter die Lupe nehmen und Dich nach einer zucker reduzierten oder gar zucker-freien Alternative umschauen. Zusätzlich solltest du bei Deinem Vierbeiner eine regelmäßige Zahnpflege durchführen. Wie diese aussehen sollte erfährst Du weiter unten. 

Die Kosten für die tierärztlichen Maßnahmen bei einer notwendigen Behandlung können dabei unterschiedlich ausfallen. Für eine komplette Zahnsteinentfernung und ein eventuelles Ziehen eines Zahnes solltest Du etwa 100 Euro einplanen. 

Zwei süße Hunde in einer Hängematte

Woran erkenne ich, ob mein Hund Zahnprobleme hat? 

Oftmals kannst Du als Besitzer am Fressverhalten des Hundes ableiten, ob dieser mit Zahn-Problemen zu kämpfen hat. Die Vierbeiner sind dann sehr vorsichtig und auch merklich weniger von Futter angetan, auch eine komplette Futterverweigerung ist möglich. Mitunter kauen von Zahnschmerzen geplagte Hunde auch nur noch auf einer Seite, schieben das Futter im Maul hin und her oder halten ihren Kopf beim Kauen auffällig schief. Zu denken geben sollte Dir auch, wenn Dein Hund Kauspielzeuge, die er normalerweise sehr gern mag, auf einmal ignoriert. Es kann auch sein, dass Du Zahnprobleme Deinem Hund förmlich ansiehst (manche Hundehalter nehmen dann ein sogenanntes „Schmerzgesicht“ bei ihrem Vierbeiner wahr), jedoch können auch bestimmte Verhaltensänderungen in einer Erkrankung der Zähne begründet sein. Du merkst außerdem auch am Mundgeruch, ob Dein Hund Probleme mit den Zähnen hat. Zum Beispiel kann dieser durch Zahnstein, Zahnfleischprobleme oder faulige Zähne hervorgerufen werden. Auch gegen den unangenehmen Mundgeruch ist Zähneputzen eine sehr gute Abhilfe. 

Welche Verhaltensauffälligkeiten deuten auf Zahnprobleme hin? 

Wie schon erwähnt, kannst Du am Fressverhalten Deines Hundes beobachten, ob mit seinen Zähnen alles in Ordnung ist. Einige Hundehalter stellen wiederum lediglich fest, dass sich der Hund irgendwie verändert hat. Später findest Du heraus, dass diese Verhaltensänderung durch ein Zahnleiden zu Stande kam. Ähnlich wie der Mensch kann auch ein Tier unter Zahnschmerzen leiden, was sich auf die Stimmung und das Gemüt auswirkt. Wenn Dein Hund etwas ins Maul nimmt, dann aufjault oder das Objekt direkt wieder fallen lässt, kann das ein Anzeichen für Zahnschmerzen sein. Du solltest das Verhalten Deines Hundes in jedem Fall immer gut beobachten, um solche Veränderungen zu bemerken. 

Gibt es Hunderassen, die besonders unter Zahnproblemen leiden?

Besonders anfällig für Zahnkrankheiten sind kleine Hunderassen. Bei diesen stehen die Zähne, bedingt durch die kürzere Schnauze, eher zusammen, sodass Futterreste eher hängen bleiben und zu Karies etc. führen können. 

Zwei Hunde im Wasser, einer hat einen Stock im Maul

Anleitung: So geht Zahnpflege beim Hund richtig 

Handelt es sich um eine akute Zahnerkrankung, solltest Du umgehend Rücksprache mit Deinem Tierarzt halten. Dieser untersucht dann das Gebiss Deines Lieblings und gibt gegebenenfalls ein Antibiotikum bei Entzündungen. Dieses wird über einen längeren Zeitraum mit dem Futter verabreicht. Der Tierarzt führt außerdem eine gründliche Zahnreinigung durch, die üblicherweise unter Narkose stattfindet. Aber auch zu Hause kannst Du mit sorgsamer Zahnpflege dazu beitragen, dass die Zähne Deines Hundes gesund bleiben. 

Diese funktioniert ähnlich wie bei uns Menschen. Zähne putzen heißt die Devise! Dafür gibt es spezielle Zahnpasten für die Vierbeiner, die zum Beispiel in den Geschmacksrichtungen Lachs oder Pute erhältlich sind. Wichtig ist, dass Du Deinen Hund erst vorsichtig an das Öffnen des Mauls und die Berührung des Zahnfleisches gewöhnst. Beginne dann vorsichtig mit kreisenden Bewegungen die Zähne zu bürsten. Du kannst dazu eine normale Zahnbürste oder eine spezielle Hundezahnbürste verwenden. Es gibt auch Gummi-Varianten, die über den Zeigefinger gezogen werden. Letztere werden von Hunden vor allem während der Gewöhnung an das Putzen am besten akzeptiert. 

Idealerweise gewöhnst du Deinen Vierbeiner schon als Welpen an die Prozedur, dann ist es für diesen später Routine. Wenn Du Deinen Vierbeiner zu Hause an das Öffnen des Mauls und das Zeigen der Zähne gewöhnst, hat es der Tierarzt später außerdem leichter. 

Welche Hunderasse braucht eine regelmäßige Zahnpflege?

Wie oft die Zähne Deines Hundes geputzt werden müssen, hängt von der Rasse ab. Handelt es sich um einen kleinen Hund, der somit anfälliger für Zahnkrankheiten ist, wird wöchentliches Zähneputzen empfohlen, bei größeren Hunden sind längere Abstände in Ordnung. 

Achte beim Zähneputzen immer darauf, mit Deinem Hund zu sein – auch für ihn ist das Zähneputzen eine neue Erfahrung und zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Vermeide Hektik und schnelle Bewegungen, sodass er während des gesamten Vorgangs Vertrauen zu Dir hat und das Zähneputzen nicht als negative Erfahrung erlebt. 

Zusammenfassung & Checkliste

Wie Du in diesem Artikel gelernt hast, ist Zahnpflege beim Hund keineswegs übertrieben, sondern wichtiger Teil der Krankheitsprävention. Zum Schluss findest Du noch eine übersichtliche Checkliste, die die wichtigsten Tipps zum Thema Zahnpflege beim Hund für Dich zusammenfasst:

  • Achte auf eine zuckerfreie Ernährung Deines Hundes
  • Überprüfe das Gebiss Deines Hundes regelmäßig 
  • Suche einen Tierarzt auf, wenn Du Karies oder Zahnfleischentzündungen bei Deinem Hund feststellst
  • Trage mit regelmäßiger Zahnhygiene Deines Hundes dazu bei, dass dessen Zähne lange gesund bleiben