Sie stecken mitten in Ihrer Urlaubsplanung oder haben diese bereits abgeschlossen? Dann gehören Sie zu den über eine Milliarde Menschen, die jährlich weltweit ihren Aufenthaltsort für einen begrenzten Zeitraum verändern. Allein in Deutschland haben nach Angabe der Stiftung für Zukunftsfragen im vergangenen Jahr 57% der Bevölkerung eine Reise von mindestens fünf Tagen Dauer durchgeführt. 2015 lag dieser Anteil – nicht zuletzt aufgrund von Sicherheitsbedenken in Anbetracht der angespannten Sicherheitslage – mit 53% noch deutlich niedriger.

Der Tourismus hat sich in Deutschland mittlerweile zu einem eigenständigen Wirtschaftszweig entwickelt, der weiter an Bedeutung gewinnt. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zeichnet sich der Tourismus für 3 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland verantwortlich und trägt mit etwa 100 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Damit liegt der Tourismus als Wirtschaftsfaktor klar vor anderen Wirtschaftszweigen, wie dem Automobilbau, Maschinenbau oder dem Bankwesen, betont der DRV-Ehrenvorsitzende Klaus Laepple. Das hat zwei Ursachen: Nirgendwo sonst haben die Beschäftigten so viel Freizeit zur Verfügung und nirgendwo sonst ist das verfügbare Realeinkommen so hoch.

Hinzu kommt, dass Dichte an Reisebüros pro Einwohner nirgendwo so hoch ist wie in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es in Deutschland ein Reisebüro pro 10.000 Einwohner. Allerdings ist diese Zahl leicht rückläufig, was wiederum mit der zunehmenden Bedeutung des Internetvertriebs zusammenhängt. Denn immer weniger Menschen nehmen den klassischen Reiseberater im Ladengeschäft in Anspruch, sondern informieren sich hingegen im Internet über Leistungen und Preise. Nicht zuletzt, weil Sie hier attraktive Vergleichsmöglichkeiten finden. Diese Entwicklung wird in Zukunft mit Sicherheit weiter Fahrt aufnehmen. So geht etwa die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reise im Rahmen ihrer Trendstudie zum Reiseverhalten 2025 davon aus, dass bereits vor dem Jahr 2020 die Mehrheit der Reisebuchungen online generiert werden wird.

Das sind die 10 beliebtesten Reiseziele der Deutschen

Die durchschnittliche Reise dauerte dabei etwa 12 Tage und kostete 1.161 Euro. Als wichtigstes Reiseland steht unverändert Deutschland unangefochten an der Spitze: 34,2% der Deutschen überschritten nicht die Staatsgrenze auf dem Weg zu ihrem Urlaubsziel. Der Grund dürfte klar sein: Neben dem vertrauten Begebenheiten im Hinblick auf Essen, Kultur oder Sprache sind es vor allem kurze Wege und kurze Anreisezeiten, welche jedes Jahr viele Touristen zu beliebten inländischen Feriendestinationen, wie etwa nach Oberbayern oder an die Nordseestrände, locken. Bei den ausländischen Reisezielen stehen die seit jeher beliebten Mittelmeerländer Spanien und Italien mit je 14,1% bzw. 7,9%, sowie die Türkei und Österreich mit jeweils 4,4% ganz vorn (siehe Graphik). Außerhalb Europas locken vor allem Nordamerika (3,1%), Nordafrika (2,2%), Mittelamerika und Fernost (jeweils 1,9%) die meisten Urlauber an.

Überblick über die 10 beliebtesten Reiseziele der deutschen 2016

Quelle: Tourismusanalyse 2017

Das sind die 10 beliebtesten Urlaubsarten der Deutschen

Tourismusforscher interessiert nicht nur, wer wann wohin und wie lange reist oder wieviel Geld dafür ausgibt ausgibt, sondern auch worin eine hauptsächliche Reisemotivation liegt. Denn die Beantwortung der altbekannten Frage „Berge oder Strand“ reicht längst nicht mehr aus, um die Vielfalt an gängigen Urlaubsarten abzubilden.

Die mit Abstand beliebteste Urlaubsform der Deutschen ist und bleibt der Strandurlaub (35,4%), gefolgt vom klassischen Erholungsurlaub (14,6%) und dem Urlaub mit der Familie (11,5%). Weitere beliebte Urlaubsformen sind die Städtereise (3,7%), der Wanderurlaub (3,3%) oder Kreuzfahrten (2,4%).

Die große Beliebtheit von Strand und Wasser erklärt auch die Zusammensetzung der Hauptreisemonate. Diese sind nach wie vor Juli und August, gefolgt von Mai und Juni. Die wenigsten Reisenden sind hingegen im Dezember unterwegs.

Das sind die 10 beliebtesten Urlaubsarten der Deutschen 2016

Quelle: VuMA Touchpoints 2016

Der Trend geht zur Zweitreise

Während früher noch der klassische Jahresurlaub gebucht wurde ist der Reisende heute aktiver geworden: Er verreist häufiger und gibt dabei auch mehr Geld aus. Der klassische Städtereisende fährt im selben Jahr auch ans Meer und steht im Winter auf dem Snowboard, betont beispielsweise Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) e.V.. Demnach planen 29% der Bundesbürger eine Zweitreise, 9% verreisen sogar drei-, 2% vier- und 4% fünf Mal oder häufiger im Jahr. Hier scheint der September der klassische Zweitreisemonat zu sein, dicht gefolgt von Oktober und Mai. Auch bei der zweiten Urlaubsreise steht der Strandaufenthalt klar im Vordergrund (29%). Aber auch Städtereisen (16%) und Wellnessaufenthalte werden gern für die zweite Urlaubsreise genutzt.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Der Koffer wurde gerade ausgepackt, da beschäftigt man sich schon mit den wirklich wichtigen Fragen des Alltags: Wohin wird die nächste Reise führen? 25% planen ihren nächsten Urlaub bereits ein Jahr im Voraus.

Für diesen Vorlauf sprechen durchaus wichtige Punkte. Ob es die Verlängerung des Reisepasses oder die Beantragung eines Visums ist – behördliche Prozeduren können bereits einige Wochen Wartezeit in Anspruch nehmen. Auch wissen viele Reisende, dass Sie bei Flugreisen Schnäppchen machen können, wenn sie lange genug im Voraus buchen. Die meisten Fluggesellschaften bieten auf jeder Maschine günstige Tarife an, allerdings sind es oft nur wenige Plätze. Sind diese ausgebucht, werden die nächstteuren Plätze verkauft. Wer erst kurz vor Abreise seinen Flug reserviert, zahlt nicht selten ein Vielfaches des Preises seines Sitznachbarn, der den Flug bereits einige Monate vorher gebucht hat.

Zusätzlich sollte sich jeder Reisende rechtzeitig um den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung und eine Reiserücktrittsversicherung kümmern. Gerade Frühbucher, die günstige Flugtarife gebucht haben, benötigen eine Reiserücktrittsversicherung. Denn die günstigen Tarife sind in der Regel auch mit hohen Kosten für den Reiserücktritt verbunden.

Im Falle eines Stornos erstatten die Airlines im ungünstigsten Fall nur den Steueranteil der Flugtickets. Der eigentliche Fluganteil gilt bei Sondertarifen als nicht erstattbar. Allerdings deckt die Reiserücktrittsversicherung keinen unbegrenzt langen Zeitraum ab. Denn je mehr Zeit zwischen Versicherungsabschluss und Reiseantritt liegt, desto höher ist auch das Rücktrittsrisiko. Reiseversicherer begrenzen den Zeitraum des frühestmöglichen Versicherungsabschlusses in der Regel auf einen Monat vor Reisebeginn. Einige Anbieter decken dabei aber durchaus auch längere Zeiträume ab. So gibt es Anbieter mit Tarifen, die zwei Monate vor Reiseantritt abgeschlossen werden können. Hier lohnt also auf jeden Fall ein Vergleich. Wer auf Nummer sicher gehen will, für den gibt es auch erweiterte Tarife, die zahlreiche Kündigungsgründe zulassen, sofern diese nachvollziehbar sind.

Besonders für Selbständige, aber auch größere Familien mit Kindern oder älteren Mitreisenden kann sich das lohnen, denn mit der Anzahl der Teilnehmer steigt wiederum das Rücktrittsrisiko: Ob Krankheit, Todesfälle in der Verwandtschaft, Gerichtstermine oder kurzfristig anberaumte Prüfungen: Sofern ein wichtiger Rücktrittsgrund nachweisbar ist, kann dieser als Versicherungsfall akzeptiert werden. Übrigens: nicht nur der Reiserücktritt kostet Gebühren – auch wer seine Reise eigentlich durchführen möchte, aber seinen Flug aus wichtigen Gründen um zwei Wochen nach hinten schieben muss, muss Umbuchungsgebühren zahlen. Auch diese werden bei einer Reiserücktrittsversicherung erstattet.

In Kürze

  • Die Deutschen verreisen am liebsten innerhalb der Bundesrepublik sowie nach Spanien oder Italien
  • Der Strandurlaub ist nach wie vor die mit Abstand beliebteste Urlaubsform
  • Immer mehr Menschen verreisen mehr als einmal pro Jahr
  • Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Deutschland
  • Zusammen mit der zunehmenden Anzahl an gebuchten Reisen steigt auch der Bedarf für Reiseversicherungen