Wie wickeln Versicherer den Ernstfall ab? Wir haben nachgefragt!

Wer entscheidet darüber, ob der medizinisch sinnvolle Rücktransport eingeleitet wird? Der behandelnde Arzt oder ein Sachverständiger Ihres Versicherungsunternehmens?

“Unser Assisteur MD Medicus hat entsprechende Fachärzte mit ergänzender Ausbildung bzgl. Transporte. Diese klären im Gespräch mit den Ärzten vor Ort und mit dem Patienten, ob ein Rücktransport veranlasst wird.”

“Ob für einen Rücktransport geleistet wird, entscheiden medizinische Sachverhalte. Aus diesem Grund werden sich der Arzt vor Ort und der Arzt des Assisteurs immer abstimmen. Wir weisen daher bei allen Fragen in diese Richtung immer darauf hin, dass der VN bei dieser Fragestellung, oder wenn es um eine Krankenhausaufnahme geht, immer unseren weltweiten Notruf einschaltet. Bei einem Rücktransport verlangen wir dieses auch, weil wir in der Lage sind die Kosten für einen Rücktransport zu minimieren. Wir erhalten immer andere Preise wie eine Einzelperson. Der Kunde riskiert sonst ggf. Eigenkosten, weil er seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen ist.”

“Ein Rücktransport (egal ob medizinisch notwendig oder sinnvoll und vertretbar) ist immer als Einzelfall zu bewerten und immer das Ergebnis einer vernünftigen Kommunikation mit allen Beteiligten. So wird niemals alleine der behandelnde Arzt dies entscheiden können (ggf. unterliegt dieser auch der Anforderung Betten im Krankenhaus frei zu bekommen und
Ausländer hiernach eher mal “loswerden” zu wollen. Der beratende Arzt des Versicheres könnte dies freilich nach Aktenlage entscheiden, letzten Endes spielt aber auch der Flugarzt des Transportunternehmens eine gewichtige Rolle, da er wiederum das Risiko abschätzen muss. Nicht selten lehnt dieser beispielsweise den Transport ab, weil das Transportrisiko deutlich höher ist als das Verweilrisiko. Ein Rücktransport ist daher immer eine objektiv medizinische Gesamtschau aller Umstände.”

“Die Entscheidung, ob ein Rücktransport eingeleitet wird, übernimmt der Versicherer, hierbei erfolgt die Beurteilung, ob ein Rücktransport medizinisch sinnvoll und vertretbar ist, durch den beratenden Arzt des Versicherers in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.”

“Wenn z.B. ein Fall völlig den tariflichen Voraussetzungen entspricht und der VN den Transport alleine organisieren kann und auch möchte (z.B. Flugumbuchung oder Neubuchung), wird die Zusage direkt über die Fachgruppe Ausland gegeben. Ist der Fall unklar oder der VN benötigt Hilfe bei der Organisation, so geben wir den Fall an unseren Assisteur, MD Medicus, zur Abklärung und Einschätzung weiter. Grundsätzlich ist die Einschätzung des behandelnden Arztes im Ausland für uns nicht bindend. Zum einen könnte es sein, dass er den gut zahlenden “Privatpatienten” länger in seiner Klinik halten möchte und daher die Notwendigkeit eines Rücktransportes nicht bestätigt, oder auch dass er gebeten wird eine Gefälligkeitsbescheinigung auszustellen.”

Ist für einen Rücktransport immer der Kontakt / die Abstimmung mit Ihnen notwendig, bevor dieser final eingeleitet werden kann oder reicht hier die Einschätzung / Meinung des behandelnden Arztes vor Ort?

“Unser Assisteur MD Medicus sollte über die Alarmzentrale, die Tag und Nacht besetzt ist, informiert werden. Dieser hilft dann, den Rücktransport zu organisieren und dem Verletzten die bestmögliche Hilfe zu kommen zu lassen.”

“Ja, wir erwarten den Kontakt, wenn es um diese Frage geht.”

“Ein Rücktransport sollte immer unmittelbar an den Versicherer gemeldet werden, der wiederum einen Partner (Assistance Unternehmen) einschaltet, der Art des Transportes (also Ambu, ggf. Stretcher oder Upgrade Linie oder vielleicht auch
bodengebundenen Transport), Zeitpunkt und so wichtige Details wie Zielkrankenhaus sowie An- und Abtransport sowie ggf. auch Überflugrechte oder Landegenehmigungen organisiert. In diesem Falle wird die Erstattung dann auch
direkt zwischen Versicherer und Leistungserbringer erfolgen.”

“Da die Beurteilung, ob ein Rücktransport medizinisch sinnvoll und vertretbar ist durch den beratenden Arzt des Versicherers erfolgt, reicht die (alleinige) Einschätzung / Meinung des behandelnden Arztes nicht aus.”

“Grundsätzlich ist die Einschätzung des behandelnden Arztes im Ausland für uns nicht bindend. Zum einen könnte es sein, dass er den gut zahlenden “Privatpatienten” länger in seiner Klinik halten möchte und daher die Notwendigkeit eines Rücktransportes nicht bestätigt, oder auch dass er gebeten wird eine Gefälligkeitsbescheinigung auszustellen.

Sollte der VN den Transport alleine und ohne Vorabgenehmigung der INTER organisieren, so würden wir im Nachhinein eine Prüfung unserer Leistungspflicht über unseren medizinischen Dienst vornehmen. In diesem Fall würden allerdings auch die Höchstbeträge für Transporte zur Geltung kommen.”

Angenommen der behandelnde Arzt erachtet den Rücktransport als sinnvoll, ihr Sachverständiger allerdings nicht. Werden in diesem Fall die Kosten für den Rücktransport nicht übernommen?

“Hier wird im Gespräch versucht eine Einigung zu erzielen. Wenn nicht, ist die Meinung unseres Assisteurs maßgeblich.”

“Davon ist auszugehen. Zu Berücksichtigen sind natürlich auch wirtschaftliche Aspekte. Stellen Sie sich vor wir sollen für eine OP 20.000,- EUR zahlen und ein Rücktransport kostet 10.000,- EUR. Der VN lässt sich sowieso lieber in der Heimat behandeln.”

“Wenn ein Versicherter “auf eigene Faust” einen Rücktransport anstößt und durchführen lässt, werden alle Prüfungen dann im Nachhinein stattfinden müssen und eine Direktabrechnung in aller Regel dann nicht mehr möglich sein.”

“Für einen Ersatz der durch einen Rücktransport entstehenden Mehrkosten ist das kumulative Erfüllen aller in § 5 Nr 8 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Reisekrankenversicherung Care Holiday (VB-KV 2008 CH) genannten Voraussetzungen erforderlich.”

“Wenn der Arzt vor Ort und unser Assisteur bzgl. des Rücktransportes unterschiedlicher Meinung sind, so halten wir uns an die Entscheidung des Assisteurs, da dieser neutral ist, da es sich nicht um einen Angstellten der INTER handelt. “

Wie wird die Durchführung organisiert? Geht der Versicherungsnehmer bei den Kosten in Vorleistung oder organisieren Sie/ein Assistance Service das?

“Die Durchführung organisiert unser Assisteur MD Medicus. Dieser rechnet direkt mit uns ab. Der Kunde muss nicht in Vorleistung treten.”

“Wenn wir den Vorgang in den Händen halten, hat der VN nichts mehr mit den Kosten zu tun. Er muss keine Vorleistung erbringen.”

“Ein Rücktransport sollte immer unmittelbar an den Versicherer gemeldet werden, der wiederum einen Partner (Assistance Unternehmen) einschaltet, der Art des Transportes (also Ambu,, ggf. Stretcher oder Upgrade Linie oder vielleicht auch
bodengebundenen Transport), Zeitpunkt und so wichtige Details wie Zielkrankenhaus sowie An- und Abtransport sowie ggf. auch Überflugrechte oder Landegenehmigungen organisiert. In diesem Falle wird die Erstattung dann auch
direkt zwischen Versicherer und Leistungserbringer erfolgen. “

“Aufgrund der Vielfalt der vorstellbaren Lebenssituationen ist hier eine allgemeingültige Aussage nicht möglich. Üblicherweise erfolgt jedoch in all den von uns vermittelten Produkten eine Organisation des Rücktransportes durch ein spezialisiertes Service Unternehmen.”

“Wird der Rücktransport von uns organisiert, so werden die Kosten auch direkt zwischen unserem Assisteur und der INTER abgerechnet. der VN muß nicht in Vorleistung treten.”